Infrarotheizung

Seit einiger Zeit werden wir regelmäßig mit Fragen zu den so genannten “Infrarotheizungen” konfrontiert. Gemeint sind damit elektrisch Betriebene Heizungen, die in erster Linie durch Strahlungswärme den Raum, bzw. die organischen Komponenten (Menschen, Möbel, etc) beheizen.

Es geht bei den Anfragen Schwerpunktmäßig um die Themen Effizienz und Heizkosten.

Daher möchten wir diese Themen nun einmal ein wenig beleuchten.

 

Effizienz:

Die Umwandlung von elektrischer Energie in Wärmeenergie ist nahezu Verlustfrei. Ein Wirkungsgrad von nahezu 100% ist durchaus reell.

Jedoch gehören zur Betrachtung der Effizienz natürlich noch weitere Punkte.

Wenn man davon ausgeht, dass der Strom aus fossilen Energieträgern in Kraftwerken “erzeugt” wird, sollte man also eine Gasheizung aktueller Generation gegen ein Gaskraftwerk der neuesten Generation “ins Rennen schicken”.

Also ist die erste Frage: Wie effizient wird aus der chemischen Energie des Erdgases elektrische Energie für die Heizung.

Gaskraftwerke der neuesten Generation haben einen elektrischen Wirkungsgrad von ~40%. Somit liegt bei der Erzeugung des Stroms bereits ein Verlust von ~60% vor. (Bezogen auf den Heizwert des Gases).

Die Leitungs- Umspann- und Umrichtverluste mal außen vor gelassen (Verluste vom Kraftwerk zur Steckdose).

Somit benötigt man für eine Kilowattstunde Wärme 2,5Kilowattstunden Erdgas.

Ein Gasbrennwertgerät hat einen Feuerungstechnischen Wirkungsgrad von 109% bezogen auf den Heizwert. Das entspricht 98% bezogen auf den Brennwert (nur der Vollständigkeit halber).

Von der Gesamteffizienz sind nun noch die Verluste für Abstrahlungsverluste sowie die Stillstandsverluste abzuziehen. Bei einer schlechten Auslegung des Gerätes sowie diversen möglichen schlechten Ausführungen darf man von bis zu 30% Verlusten ausgehen.

Bedeutet also: 109%-30%=79% Gesamtwirkungsgrad.

Man benötigt also für eine Kilowattstunde Wärme 1,27Kilowattsunden Erdgas.

Also ca. die Hälfte an Erdgas im Vergleich zur Beheizung mit Strom.

 

Heizkosten:

Eine kleine Beispielrechnung bezogen auf ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einer Heizlast von 12kW (DIN EN12831). Warmwasser lassen wir wegen der Einfachheit auch mal außen vor, würde das Gesamtbild aber nicht verändern.

Wir unterstellen der E-Heizung eine behaglichere Wärme und daraus resultierend eine geringere Raumtemperatur und dadurch eine Zusätzliche Einsparung von 20%.

12kW*1600Vollbetriebsstunden/Jahr (DIN EN 12831)=19.200kWh/Jahr (reiner Wärmebedarf für die Gabäudebeheizung)

 

Kosten Erdgas: 0,0593€ inkl. MwSt (Quelle: SVB Siegen, Stand: 16.8.2014)

19.200kWh/Jahr*0,0593€/kWh=1138,56€/Jahr

 

Kosten Strom: 0,2898€/kWh inkl. MwSt (Quelle: RWE Strom 36MAX, Stand 16.8.2014)

19.200kWh/Jahr-20%*0,2898€/kWh=4451,33€/Jahr

 

Eine Infrarotheizung ist also Heizung in Räumen die

1. nicht zu einem vertretbaren Aufwand mit einem Heizkörper versehen werden können

und

2. nicht dauerhaft beheizt werden sondern Beispielsweise 1x im Monat zum Skat spielen eine durchaus sinnvolle Alternative. Sie ersetzt aber keinesfalls die konventionelle Heizungsanlage.

Selbstverständlich haben wir auch entsprechende Geräte im Portfolio. Allerdings würden wir Ihnen nicht um “den schnellen Euro zu machen” ein solches Gerät unüberlegt anbieten.